Macs in Media

◉ Andreas Weg zum Mac

So habe ich mich 2003 zu Weihnachten beschenken lassen mit einem iBook G4, 1GHz, OS X 10.4 Tiger.

Den Links auf dieser Seite nach zu urteilen könnte man meinen, dass ich in letzter Zeit nur noch ein einziges Blog lese. Weit gefehlt! Jürgen hat in letzter Zeit einfach ansprechenden, deutschen Content, der gerade zu danach schreit verlinkt zu werden. Außerdem nehmen wir mit Andreas heute die nächste Folge der Sosumi Show auf. Und das alles obwohl Podcasting gestorben ist.

Aber der eigentliche Grund ist, dass ich ein wenig nostalgisch geworden bin. Zwar habe ich einige Jahre früher mit einem weißen iBook G3 angefangen. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass wir mit Andreas in etwa zur gleichen Zeit und wahrscheinlich in der gleichen Generation in das Apple-Universum eingestiegen sind. Trotz einer allgemeinen technischen Affinität, haben mich bis heute noch keine anderen Produkte derart überzeugt. Das kann nicht jeder von sich behaupten.

◉ Relevanz von Blogs

Bleibt aber immer noch die Frage: “warum spielen Blogs nicht mehr die große Rolle?” Ich würde aber nie behaupten das Blogs tot sind.

Antworten? Theorien? Immer her damit.

Blogs waren von Anfang an ein Nischenphänomen, da unsere Gesellschaft per Definition mehr Konsumenten als Produzenten hat. Sie konnten auf der großen Welle mitschwimmen, in der das eigentliche Internet zu einem Massenphänomen wurde. Menschen haben sich Gedanken dazu gemacht was man alles mit dem Internet machen kann, als sie es dann tatsächlich auch (in Form eines Routers) in den Händen hielten. Ein eigenes Blog bot sich an. Die meisten haben erkannt, dass es eigentlich kein Hobby ist, sondern sehr schnell in Arbeit ausartet, von der fast jeder genug hat. Es bildeten sich Plattformen wie Tumblr oder Medium, welche versuchen den technischen Aspekt außen vor zu lassen. Trotzdem bietet sich die verlinkte Struktur des Internet gerade zu an, um wie eine Echo-Kammer zu funktionieren, in der einer etwas produziert, was von Millionen Konsumenten vollkommen kostenlos kopiert wird (zum Beispiel in Form von Links in Blog-Beiträgen, Retweets, Likes). Es erfordert hingegen ein enormes Wissen um Themen aufzuarbeiten, Artikel lesenswert zu machen, und einen argumentativ korrekten und logisch schlussfolgerichtigen Standpunkt zu vertreten.

Für das laxe Verbreiten einer Meinung—eben in Form von kostenlosen digitalen Kopien—sind andere Plattformen wie Twitter besser geeignet als Blogs. Man muss bedenken, dass letztere fast ein Jahrzehnt (1997) früher „erfunden“ wurden als ersteres (2006). Twitter hat einen Bedarf abgedeckt, den man vorher nicht gesehen hat. Es gibt allerdings auch zahlreiche Link-Blogs, in denen nur anhand von kurzen bis sehr kurzen Kommentaren auf eine andere Seite verwiesen wird und die Grenze zwischen Produktion und Konsum verschwimmt. Gerade die Link-Blogs haben meiner Meinung nach an Wert verloren, da zig Personen nur auf einen Artikel zeigen und dabei alle das gleiche oder meistens sogar nichts sagen. Eine quantitative Messung mit Retweets oder Likes hat in einem solchen Fall mehr Aussagekraft, als mehrere Kommentare gleicher Meinung bei denen „dies“ statt „das“ geschrieben wurde.

Hinzu kommt, dass Internet—wie es bisher definiert war—nicht mehr existiert. Schon längst haben Smartphones (und teilweise Tablets) als Clients die Vormachtstellung erreicht. Auf so kleinen Geräten fällt es um einiges schwerer zu produzieren, als zu konsumieren und sein Konsumverhalten eventuell mit anderen zu teilen.

Was ist außerdem ein Blog? Ist es nicht einfach nur eine eigene Webseite, die in chronologischer Reihenfolge Dinge auflistet? Noch abstrakter: Ist es nicht ein Ort, an dem man seine Erkenntnisse und sein Wissen teilen kann? Gab es sie nicht schon immer und wird es sie nicht auch weiterhin geben? Haben Menschen nicht das Bedürfnis sich mitzuteilen?

Wer selber produziert, merkt schnell, dass die Menschen wie von alleine zu einem kommen. Sie suchen nach Lösungen, nach Bestätigung, oder schlichtweg nur nach Unterhaltung. Blogs mögen heißen wie sie mögen, sie können an Relevanz verlieren und wieder gewinnen, doch eins steht fest: es gab sie schon immer und es wird sie immer geben.

◉ Xslimmer zum Sprachen in App-Bundles entfernen und um Speicherplatz zu sparen

Wer möchte nicht einen Mac mit schlanken Programmen? In der Regel nehmen sie ja nicht viel Platz weg, aber sie kommen oft vollgepackt mit unterschiedlichen Sprachpaketen an die man in der Regel nie braucht. Hand hoch, wer nützt schon ein Programm auf Chinesisch.

Xslimmer würde ich heutzutage nicht mehr benutzen. Speicherplatz ist günstig genug und es können Probleme bei signierten Apps entstehen. Da Gatekeeper unter OS X mittlerweile vorausgesetzt wird, wenn man seine Benutzer nicht mit nervigen Dialogen bombardieren möchte, ist das Risiko zu groß ein App-Bundle zu verändern und somit die Gatekeeper-Signatur ungültig zu machen.

Stattdessen empfehle ich alle Ordner durchzugehen, nach großen Dateien und nicht mehr benötigten Apps zu suchen, und diese vollständig zu entfernen.

◉ Nintendo Wii U Systemaktualisierung 3.0.0

Nach einer kurzen Verzögerung gibt es endlich die mehrmals angekündigte Aktualisierung der Wii U auf Version 3.0.0. Die Aktualisierung macht die gesamte Konsole um ein mehrfaches schneller und erleichtert an einigen Stellen die Bedienung.

Die Wii U ist eine herausragende Konsole, hat den typischen Nintendo-Flair und viel Liebe zum Detail. Wir haben schon so viel spaßige Zeit mit der Konsole gemeinsam verbracht, dass sie definitiv 300 € wert ist.

Wie so oft sollte man nicht auf Analysten, Investoren, oder Internet-Trolle hören, sondern sich sein eigenes Bild machen. Entgegen der weitläufigen Meinung gibt es sowohl genug Spiele als auch Innovationen. Aber Apple ist angeblich auch schon seit mehreren Jahren verdammt.

Warum hassen so viele Menschen ihren Job?

Jobs sind die moderne Form von Sklaverei. Wir bekommen gerade genug um zu leben und nicht mehr. Du wirst benachteiligt, wenn du nach mehr Gehalt fragst.

In unseren Jobs werden wir verbal oft fertig gemacht. Manchmal (mehr als darüber berichtet wird), werden wir physisch missbraucht, vergewaltigt.

Der Staat bekommt bis zu 50% von deinem Gehalt und dann gehen 10–20% davon in die Rüstungsindustrie um Menschen in anderen Teilen der Welt umzubringen, einschließlich unserer eigenen Kinder.

Wir werden in die Illusion versetzt, dass die Arbeitskollegen unsere wahren Freunde sind. Mit unseren Arbeitskollegen reden wir über Bleistifte und Radiergummis. Wir hören auf richtige Freunde zu haben.

Es gibt eine Decke aus Glas. Es ist egal ob du eine Frau bist oder zu einer Minderheit gehörst. Die Decke aus Glas ist dazu da, damit du nicht mehr Geld verdienen kannst als dein Meister, sogar wenn er ein Idiot ist.

Von 7–19 Uhr bist du entweder unterwegs zur Arbeit, auf der Arbeit, oder kommst von der Arbeit wieder nach Hause. Die Zeiten an denen du deine Kreativität am meisten entfalten kannst, werden wie in einer Müllpresse in deinen kleinen Arbeitsplatz gequetscht.

Du isst Scheiße auf der Arbeit. Und, was noch schlimmer ist, du musst neben deinen Arbeitskollegen und Meistern scheißen. Außer du machst dir eine geheime Karte von allen Büschen in der Umgebung.

Wenn du paranoid auf deiner Arbeit bist, dann ist das meistens gerechtfertigt. SIE reden gerade in der Tat darüber dir ein Messer in den Rücken zu rammen und dich loszuwerden.

Du stellst fest, dass das gesamte Geld welches du in deine Ausbildung gesteckt hast, damit du einen Job bekommst und glücklich wirst, absolut verschwendet gewesen ist. Du wurdest betrogen, aber du kannst es die nächste Generation nicht wissen lassen so dass du Teil eines endlosen Kreises des Betrugs wirst.

Eine Billionen schwere US-Dollar Marketing-Kampagne hat dich gezwungen ein Haus zu kaufen, welches du eigentlich gar nicht haben willst und jetzt wirst du „ein Haus verlieren“, welches dir eigentlich nie gehört hat sofern du deinen Meistern nicht jeden Tag untergeben sein wirst. Die Wörter „The American Dream“ wurden von Fannie Mae vor 40 Jahren in einer Marketing-Kampagne erfunden um Kredite auf Hypotheken an Sklaven zu verkaufen.

Dein Lebenspartner kann es nach sechs Monaten nicht mehr hören, wenn du von deiner Arbeit sprichst. Und dir könnte ihre kaum mehr am Arsch vorbeigehen. Zehn Jahre später wachst du neben einem Fremden auf. 40 Jahre später stirbst du neben einem Fremden.

Deine Einzahlungen auf dein Rentenkonto waren nicht dazu da, damit du eine Rente hast. Ihre eigentliche Absicht war es dir monatlich Geld wegzunehmen, damit du an deinen Arbeitsplatz gekettet bist. Inflation nimmt dir 90% deiner Einzahlungen weg.

Laut Definition bist du mehr Wert als du verdienst. Diesen Unterschied, abzüglich der Gehälter von Managern, nennt man „Profit“.

Als du ein Kind warst, mochtest du es zu zeichnen, lesen, laufen, lachen, spielen, und dir vorzustellen, dass du in einer magischen Welt bist. Du wirst nichts davon je wieder machen.

Über die Zeit hinweg wird jeder rausgeschmissen und durch eine jüngere, billigere und zeitgemäßere Version von dir selbst ersetzt. Du siehst es, hast aber Angst etwas dagegen zu unternehmen.

Du siehst Obdachlose und denkst dir: „In diese Richtung drifte ich ab“.

OK.

Und jetzt? Was machst du dagegen?

Anmerkung: Dieser Text wurde im Original in Englisch von James Altucher verfasst und anschließend frei übersetzt.

Warum iCloud kein Haufen Scheiße ist

But if you did use it, the app would be so unreliable that users would (again, quite reasonably) complain that it was a steaming pile of shit.

Tom Harrington

Die letzten Wochen, wenn nicht der gesamte März, waren für jeden OS X und iOS Entwickler geprägt durch zahlreiche Beschwerden seitens Kollegen wie schlecht iCloud ist und wie wenig sich seit der Einführung des Dienstes innerhalb der letzten zwei Jahre getan hat. Negative Presse macht Schlagzeilen, was wiederum zu Klicks führt, und wir wissen wo das schlussendlich endet. Ich will weder iCloud noch Apple verteidigen, und den meisten Entwicklern auch nicht Unrecht geben. Es geht lediglich darum eine weitere Perspektive auf die unterschiedlichen Dienste zu haben.

Folgende Punkte sind Fakt. Bei Allem was ich bezüglich iCloud sage, sollte man sie immer im Hinterkopf behalten.

  1. iCloud ist nicht gleich iCloud. Vielmehr ist es die Art von Marketing, welche Apple verwendet, um Dinge für den Benutzer einfacher zu machen. Dies macht es allerdings auch schwerer über konkrete Dinge zu sprechen, da sie unter dem großen iCloud-Banner verschwinden. Die meisten der iCloud-Dienste gab es bereits vor MobileMe, wo sie auch nicht immer zuverlässig funktioniert haben. Um das negative Image loszuwerden, hat man sich ein erneutes Mal einen neuen Namen ausgedacht und einige Dienste hinzugefügt. Die Synchronisation von Kontakten, Kalendern, Notizen oder E-Mails gab es schon zahlreiche Jahre früher. Sie basieren meist auch auf offenen Standards, die von Apple verwendet werden. Zu iCloud, welches von Entwicklern verwendet werden kann, sind prinzipiell folgende drei Dienste hinzugekommen welche allesamt proprietäre Entwicklungen von Apple sind: die Synchronisation von Einstellungen, Dokumenten und Datenbanken. Wenn von iCloud in diesem Kontext gesprochen wird, dann handelt es sich meistens um die drei genannten Dienste. Funktionen wie Backups oder Photo Stream werden auch unter dem Namen iCloud vermarktet, können jedoch lediglich von Apple verwendet werden und bieten keine Schnittstelle für Entwickler.

  2. Im November 2012 haben wir mit meiner Frau unsere Tagebuch-App Memories aktualisiert, welche seitdem auch über iCloud die Core Data Datenbank zwischen mehreren Macs tausender Benutzer synchronisiert.

  3. Seit der Aktualisierung geht es bei über 90% aller Support-Anfragen um iCloud.

  4. Alle Support-Anfragen bezogen auf die Gesamtzahl der aktiven Anwender sind im unteren einstelligen Prozentbereich.

  5. In den meisten Fällen geht es darum, dass einige Einträge auf einem der Macs nicht erscheinen, dass die App auf einmal aufhört zu synchronisieren, oder dass man die App gar nicht mehr starten kann.

  6. Die meisten der iCloud-Probleme lassen sich beheben, indem man iCloud für Memories zurücksetzt und die Datenbank ein erneutes Mal mit dem Dienst synchronisieren lässt.

  7. Es waren eigentlich 2–4 Wochen für die Integration von iCloud in die App geplant. Am Ende hat sie ein knappes Jahr gedauert. Ich bin aus Entwicklersicht über einige Teile der Implementierung immer noch unzufrieden.

Dies mag sich zuerst sehr negativ anhören. Wenn man allerdings bedenkt wie wenig unserer Anwender überhaupt ein Problem mit dem Dienst haben, bekommt man einen ganz anderen Blick auf die Angelegenheit. Es geht vielen vermutlich darum, dass iCloud das meiste Verbesserungspotential und die meisten Schwachstellen verglichen mit anderen Lösungen und Schnittstellen von Apple hat. Es ist nunmal auch so, dass die nörgeligsten und nervigsten Benutzer lautstark sind und negative Bewertungen hinterlassen. Für jede erhaltene 1-Sterne-Bewertung, gibt es mehrere hundert Benutzer, die einfach zufrieden sind und nichts schreiben. Sie haben sich die App heruntergeladen, sie erfüllt ihren Zweck, und sie haben keine Lust ihre Zeit für App Store Bewertungen zu verschwenden.

Die Schwachstellen liegen allerdings darin, dass Apple mehr versprochen hat, als es geliefert hat. Es ist unvertretbar, dass die Entwicklungszeit um mehr als das zehnfache steigt, nur weil man mit merkwürdigen Implementierungen und fehlender Dokumentation seitens Apple kämpfen muss. Es geht auch nicht, dass man Anwender dazu anweisen muss komplexe Schritte in versteckten Ordnern oder auf dem Terminal durchzuführen, um anschließend alle Daten ein erneutes Mal zu synchronisieren. Zugegeben, man kann auch einen Knopf in die App einbauen, welcher dies für den Benutzer erledigen würde. Die Implementierungen sind allerdings so komplex und fehleranfällig, dass es sich in den meisten Fällen gar nicht lohnt und man eher dem pragmatischem, wenn auch komplexerem Ansatz, folgt. So haben wir zum Beispiel ein AppleScript geschrieben, welches auch von den technisch noch so scheuen Anwendern durch einen einfachen Doppelklick ausgeführt werden kann, und die iCloud-Daten zurücksetzt. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Probleme mit den iCloud-Daten in erster Linie gar nicht auftreten sollten. Es ist jedoch ein akzeptabler Workaround.

All dies führt allerdings zu einem Vertrauensbruch zwischen Entwicklern und Apple, und das wiederum zu einem Vertrauensbruch zwischen ersteren und den eigentlichen Benutzern. Wenn in diesem Fall auch noch Apple auf deren offiziellen iCloud-Statusseiten schreibt, dass bestimmte Dienste für weniger als zwei Stunden und weniger als 5% aller Anwender ausfallen, diese in der Tat aber mehr als 90% der Anwender betreffen und mehrere Tage lang nicht funktionieren, wirft Apple unnötigerweise Ölfässer ins Feuer. Marketing und das Vermeiden negativer Schlagzeilen sind der Hintergrund solch schwammiger Aussagen. Die Anwender vertrauen einer großen Entität wie Apple in erster Linie natürlich mehr als dem kleinen Programmierer in Boxer-Shorts in seinem Home-Office. So wird schnell die eigene App zu einem „großer Haufen Scheiße“. Die Wahrheit kommt früher oder später allerdings trotzdem ans Licht.

Wenn iCloud funktioniert, läuft es auch wunderbar. Nun mag es sein, dass ich ein überdurchschnittlich guter Programmierer bin und wir deshalb so wenig Support bezüglich iCloud bekommen (was ich allerdings sehr stark anzweifle). Das eigentliche Problem liegt darin, dass Apple’s Implementierung zahlreiche Bugs aufweist. Dies erklärt auch die „fehlende“ Dokumention bezüglich „merkwürdiger“ Fehlermeldungen. Bugs braucht man nicht zu dokumentieren, genau so wenig sollten nichts sagende Fehlermeldungen auftreten, die ein Resultat derer sind. Nach so vielen Jahren fehlgeschlagener Client-Server-Implementierungen aus dem Hause Apple, bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie es jemals hinbekommen werden. Was helfen würde ist mehr Transparenz, so dass Entwickler Bugs besser in den Griff bekommen könnten. Mit aller Sicherheit kann ich allerdings sagen, dass dies mit dem Apple welches ich nun seit über zehn Jahren als Entwickler kenne, nicht geschehen wird. Es bleibt also zu hoffen, dass Apple alle Fehler in ihrem stillen Kämmerlein beheben wird, so dass der Dienst auch bei Entwicklern wieder das volle Vertrauen genießt.

Man sollte Apple allerdings nicht beschuldigen, wenn man:

  1. Die eigene Unfähigkeit iCloud zu implementieren nicht erkennt, weil man nur ein durchschnittlicher oder schlechter Programmierer ist,

  2. Wirtschaftliche oder ideologische Motive über technische Aspekte stellt, oder

  3. Klicks und Aufmerksamkeit auf sich ziehen will.

Den meisten Kollegen gebe ich Recht. Wie immer gibt es allerdings auch einige schwarze Schafe, die lautstark schreien und ihre wahren Motive hinter iCloud verbergen. Juicy Cocktail wird jedenfalls weiterhin iCloud mit Core Data verwenden. Ich bin mir sicher, dass durch Fehlerbehebungen von Apple und weitere Implementierungen unserseits der Dienst in den nächsten Monaten und Jahren für noch weniger Anwender als den bereits geringen einstelligen Prozentbereich ein Problem darstellen wird. Schließlich ist iCloud eine wunderbare Technologie, welche zum ersten Mal den Ort und die eigentlichen Geräte in den Hintergrund rückt, und stattdessen den Fokus auf das Wichtigste überhaupt setzt: die von uns erstellten persönlichen Inhalte, überall und allzeit bereit.

◉ Mr. Reader RSS Reader für das iPad mit URL-Schema Unterstützung

Neben Flipboard ist Mr. Reader die App meiner Wahl, um neue Sachen zu entdecken und zu lesen. Die neue Version unterstützt beliebige Browser und Apps, die man aufrufen kann, sofern sie ein URL-Schema unterstützen. So kann man den aktuellen Artikel nicht nur in Google Chrome (googlechrome://) oder 1Password (ophttp://) aufrufen, man kann zum Beispiel auch gleich eine neue Notiz in Notesy (notesy://) erstellen. Übergeben kann man dabei nicht nur den Titel oder die URL des Artikels, es gibt auch Platzhalter für die aktuelle Auswahl und die Möglichkeit Zeilenumbrüche hinzuzufügen, damit die Notiz automatisch formatiert wird.

Somit kann ich zum Beispiel komfortabel aus der App heraus eine neue bereits im entsprechenden Format liegende Notiz erstellen, meine Sätze niederschreiben, und sie anschließend dank Dropbox automatisch publizieren lassen. Bis Apple sich endlich eine Möglichkeit ausdenkt um Daten zwischen Apps auszutauschen, bleiben URL-Schemata das Mittel der Wahl.

OutBank 2 für iPhone, iPad und Mac Review

Konten verwalten macht keinen Spaß, schon gar nicht wenn man sich dafür auf zig verschiedenen Seiten anmelden muss, die alle unterschiedlich funktionieren und noch nie etwas von Bedienbarkeit gehört haben. Zum Glück gibt es Apps, die einem die Arbeit etwas erleichtern, alle Konten an einem Ort zusammenfassen und somit auch einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen geben. Oder machen es einem die Apps doch nur schwerer?

OutBank 2 ist nach einer kurzen Verschiebung sowohl für den Mac, als auch für iPhone & iPad erschienen. Alle Versionen besitzen jetzt eine iCloud-Unterstützung und einige weitere Änderungen. Vor allem aber haben alle Apps eines gemeinsam: sie stürzen sehr gerne und sehr oft ab.

Seit der Installation auf iPad, iPhone und dem Mac ist die App innerhalb von nicht einmal einer Stunde alleine auf den iOS-Geräten mindestens 10x abgestürzt. Die App wurde entweder zu wenig getestet, oder man hat sich gezwungen gefühlt aufgrund Versprechen in der Vergangenheit sie ohne Qualitätsprüfung so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Ich hätte lieber eine App, die später erscheint, als eine, die alle paar Minuten abstürzt. Auf dem iPhone ist die App sogar beim ersten Starten abgestürzt, so dass ich sie erst einmal löschen, anschließend erneut aus dem App Store laden, und schlussendlich migrieren musste. Ein Starten der App aus der Erstinstallation hat nur einen weißen Bildschirm angezeigt—auch nach mehreren Versuchen.

Das Abrufen von Konten geht um ein Vielfaches schneller, was sehr lobenswert ist. Allerdings ist die gesamte Oberfläche immer noch sehr langsam. Sie hat zwar einen Tapetenwechsel bekommen, an der eigentlichen Benutzbarkeit wurde aber wenig gearbeitet. Die Bedienung ist immer noch zu umständlich, die Präsentation der Informationen zu unübersichtlich. Ein guter UI- und vor allem UX-Designer würde der App gut tun. Man wird außerdem das Gefühl nicht los, dass große Teile der Berechnungen auf dem Haupt-Thread ausgeführt werden, was dazu führt, dass die Oberfläche einfach nicht mehr reagiert. Hier ist schon seit sehr langer Zeit Nachholbedarf erforderlich. Ein weiterer Punkt, den ich bemängele, ist das ständige Einsetzen modaler Dialoge. Viel zu oft bekommt man ein schwarzes Fenster überblendet und muss teilweise mehrere Minuten warten bis man die App wieder bedienen darf. So etwas sollte im Jahr 2013 elegant im Hintergrund erledigt werden, so dass die App zumindest bedienbar bleibt und die Oberfläche sich anschließend wie magisch von alleine aktualisiert. Es gibt schließlich genug Apps, die vormachen wie man eine derartige Funktionalität umsetzt.

Wenn Apple’s iCloud funktioniert, dann ist auch die Synchronisation in OutBank gut. Leider hatte ich auch hierbei einige Abstürze nachdem ich für längere Zeit ein schwarzes überblendetes Fenster anstarren musste ohne etwas in der App machen zu können. Trotzdem ist es eine große Erleichterung die Daten auf allen Geräten abgeglichen zu haben und somit unabhängig von Ort mit seinen Konten arbeiten zu können.

Die Migration aus der vorherigen Version ist gut gelungen (wenn sie denn funktioniert) und auch der derzeitige Preis von knapp € 2,00 ist mehr als gerechtfertigt. Ansonsten ist vieles beim Alten geblieben. Der Versionssprung ist jedoch alleine wegen der iCloud-Unterstützung gerechtfertigt.

Mangels vorhandener Alternativen empfehle ich OutBank 2 (iPhone & iPad, Mac) trotzdem jedem, der auf das Online-Banking angewiesen ist. Der Fortschritt ist lobenswert, doch merkt man leider an der fehlenden Konkurrenz, dass deutlich mehr hätte getan werden können—gerade was die Qualitätssicherung angeht. Es gibt einfach zu viel Wenn und Aber, so dass ich die App nicht uneingeschränkt empfehlen kann.

◉ Der Tod von Arcade-Automaten

Gut gemachter Artikel mit ansprechender Video-Reportage. The Verge zeigt an einem netten Thema, wie Berichterstattung heutzutage auszusehen hat.

Oh, die ganzen Spiele.

◉ Trotz Zukunft in der Steinzeit

Stefan Domanske, dessen Seite gerade aus dem Winterschlaf aufgewacht zu sein scheint:

Jeder, besonders jeder, der online aktiv ist, kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, dass auch hier Fortschritt beginnt. Zum einen in der Art, wie man in der direkten Kommunikation mit anderen Netzteilnehmer, andern Menschen umgeht. Zum anderen aber auch mit der Idee, etwas Konstruktives ins Netz zu tragen. Etwas, das anderen weiter hilft. Andere auf neue Ideen bringt oder sie ermutigt, ihre Ideen umzusetzen. Etwas, das über Fingerzeigen, Schadenfreue [sic], Trollen, Herumpöbeln und Shitstormen hinausgeht.