Bloggen übers Bloggen
Ob nun mit oder ohne Kommentarfunktion: persönliche Statements, Gedanken, Erfahrungen und eigene Fotos machen eure Webseiten für mich immer noch und immer wieder lesenswert. Und weil ihr und eure Seiten allesamt einzigartig seid, lassen sie sich in Inhalt, Diktion und Persönlichkeit niemals durch Socialmedia-Accounts ersetzen. Also, meinetwegen gereift und älter, aber gerne weitermachen :)
Es kann doch nicht sein, dass so viele unterschiedliche deutschsprachige Blogs schon wieder übers Bloggen schreiben, so als ob ihnen alle anderen Themen ausgehen würden. Wenn man nicht das massive Abschalten der Kommentare dazu nutzt, dann ist es die Sommerflaute, oder aber die winterliche Unlust aufgrund des grauen, regnerischen Wetters. Einen Aufhänger findet man immer, wenn man nur lang genug danach sucht.
Als Leser macht das keinen Spaß. Es ist wichtig zu reflektieren, aber jeder zieht nun einmal seine eigenen Schlüsse, von denen Leser nicht unbedingt profitieren. Wenn ich Blogs lese, dann möchte ich interessante Sachen zu mir nehmen, nicht aber die x-te Diskussion, ob Bloggen Vorteile bringt oder nicht. Wenn man gerne bloggt, soll man bloggen. Egal wie lange und wie oft. Wenn es nichts für einen ist: Kein Ding, nicht jeder muss im Internet etwas schreiben. Aber bitte: Hört endlich auf übers Bloggen zu bloggen, denn es gibt kaum etwas Langweiligeres.
Schreibt stattdessen über Dinge, die euch interessieren und zu denen ihr eine starke persönliche Meinung oder Beziehung habt. Schreibt über Dinge, die euch bewegen.
Bei mir sind es heute Themen, wie die fehlerhafte Annahme, dass man Apps im iOS Dock entfernen muss, Google’s unmoralisches Marketing für Chrome, oder wie die Presse fälschlicherweise berichtet, dass Android Apple Marktanteile raubt.
Neben einem ggf unsicheren OS – was wohl kritisch betrachtet auf fast jedes OS irgendwie/wo zutrifft spielt der Anwender und dessen Nutzerverhalten keine unrelevante Rolle. Wer sich so grob an einige Vernunftregeln hält kann zumindest einige Risikopotenziale verringern – oder wie sehr ihr dies?
Vor knapp zwei Jahren hatten wir mit Florian vom macfidelity Blog (welches seit längerem eingestampft wurde) eine kleine Diskussion über Sicherheit und Viren auf dem Mac. Die interessante Frage bleibt offen: Hat sich in der langen Zwischenzeit etwas geändert? Leben Mac-User unsicherer weil iOS und dadurch auch der Mac populärer werden?
In den zwei Jahren gab es einige wenige Versuche Trojaner und Viren, die größtenteils Proof-Of-Concepts waren und keinen oder kaum Schaden angerichtet haben, auf dem Mac zu verbreiten. Jede Schadsoftware hatte es gemeinsam, dass man als Anwender einen Installer durchführen und meistens auch noch ein Administrator-Passwort eingeben musste. Die Schädlinge lassen sich an einer Hand abzählen und der Aufwand, den man als Benutzer unternehmen muss, sollte nicht unterschätzt werden. Der App Store und (in Normalfällen) das Drag & Drop von Anwendungen ohne notwendige Installation tragen auch dazu bei, dass die potenzielle Angriffsfläche wesentlich reduziert wird. Techniken wie Sandboxing sind zwar kein Allheilsmittel gegen Malware, da man auch durch Apple’s Kontrolle kommen kann und somit auf ganz offiziellem Wege die Chance bekommt Schadsoftware zu vertreiben, doch die Risiken werden immer stärker minimiert. Apple unternimmt zur Zeit genug Gegenmaßnahmen, obwohl immer noch keine akute Bedrohung besteht.
Alle Maßnahmen haben auch ihre Lücken und Angriffspunkte, aber die sensationsgeilen Artikel, welche das Ende der virenfreien Plattform Mac prophezeihen, bleiben nichts anderes als billige Bauernfängerei, um mehr Geld mit Werbung zu verdienen.
A faster, simpler way to stay close to everything you care about.
Mit der gestern angekündigten Neugestaltung von Twitter und der dazugehörigen iPhone App frage ich mich, was die einzelnen sozialen Netzwerke noch als Alleinstellungsmerkmal haben und wieso sie sich mit der Zeit immer ähnlicher sind.
Twitter ist alles andere als schneller und simpler geworden. Wenn ich mein bisheriges Nutzungsverhalten beobachte, dann wurde fast jede Interaktion komplizierter gemacht. Es kommt so langsam die Zeit, in der ursprüngliche Twitter-Benutzer eine Aversion gegenüber dem Dienst entwickeln. Neue Benutzer, die Twitter nie so richtig verstanden haben, fühlen sich jetzt wohler. Der Teppich wurde für breite Anzeigenschaltung ausgerollt und es ist nur eine Frage der Zeit bevor die massenweise Nerdflucht eintritt. Es folgen die „normalen“ Benutzer und dann war’s das mit Twitter. Doch bis dahin kann noch ein gutes Jahrzehnt vergehen.
Auch wenn ich Google aufgrund des Datenschutzes kritisiere, momentan ist Google+ mein bevorzugtes Netzwerk. Es fehlen mir zur Zeit allerdings noch ein paar Nutzer—der kritische Punkt an dem alles scheitern kann.
Bezahle mit Geld und nicht mit Daten
Like a service? Make them charge you or show you ads. If they won’t do it, clone them and do it yourself. Soon you’ll be the only game in town!
Maciej, der Gründer von Pinboard, macht deutlich, dass es sich lohnt für Apps und Web-Dienste zu bezahlen. Als Benutzer kann man sich heutzutage einigermaßen sicher sein, dass der Dienst fortbestehen wird, wenn man die Entwickler mit Geld unterstützt. Das mag egoistisch klingen, da Maciej Pinboard betreibt und ich Software programmiere und verkaufe, doch auf den zweiten Blick macht es objektiv gesehen Sinn.
Apps müssen entwickelt werden. Dies erfordert Menschen, die tagtäglich komplizierter Arbeit nachgehen, einfach ihren Job machen. Kaum jemand arbeitet freiwillig ohne Entlohnung, hauptsächlich in monetärer Form. Wenn Apps und Dienste nicht direkt von ihren Anwendern bezahlt werden, steckt meistens ein anderes Geschäftsmodell dahinter. Entweder will man eine große Benutzerbasis aufbauen und den Dienst anschließend verkaufen, oder versucht die Benutzerdaten, -aktivitäten und -profile an Dritte zu verkaufen um somit profitabel zu bleiben und die Arbeit aller Beteiligten zu entlohnen.
Das Problem bei der ersten Option entsteht in dem Moment, in dem der Dienst verkauft wird. Die Gründer steigen meist ausgebrannt aus und bekommen eine nette Entschädigung. Der Käufer stampft den Dienst ein und behält die besten Entwickler, welche mit der Zeit ihren neuen Arbeitgeber verlassen. Der Kreislauf beginnt anschließend wieder von vorne. Bei Option Nummer zwei muss jeder selber für sich wissen, ob einem der Verkauf aller persönlichen Daten mehr Wert ist, als das einmalige Bezahlen eines niedrigen Betrags für den man meistens nicht mehr als zwei Kaffee bekommt und sogar bei absolutem Mindestlohn nicht länger als eine Stunde arbeiten muss. In einigen Fällen klappt weder der Verkauf eines Dienstes, noch das vermarkten der Daten an dritte. Hierbei wird ein Dienst garantiert geschlossen. Ein anderer Aspekt der deutlich wird, ist dass bei solchen Geschäftsmodellen die Benutzerdaten und folglich auch Benutzer den Entwicklern nichts wert sind. Ich freunde mich nicht gerne mit Menschen an, die mich als wertlos betrachten. Das Gleiche gilt für Apps.
Auf der anderen Seite stehen Apps und Dienste, die von Anfang an ein klassisches Geschäftsmodell anstreben. Man versucht von Anfang an profitabel zu sein, indem man sinnvolle Beträge von neuen (und oft auch alten) Benutzern nimmt. Dabei nimmt man in Kauf, dass der Dienst oder die App sich nicht so schnell verbreitet. Das ist gesund. Entwickler, die von Anfang an Geld für ihre Produkte nehmen, schätzen den Wert ihrer Arbeit. Sie gehen außerdem eine Verpflichtung ein. Wenn man für etwas bezahlt, erwartet man auch Unterstützung und Produktpflege. Beide Seiten profitieren auf Dauer.
Zu allerletzt sollte man noch einen anderen Aspekt betrachten: Wenn es mir nicht Wert ist für eine App Geld zu bezahlen, warum sollte ich dann eine kostenlose Alternative nutzen? Ich verschwende nur meine Zeit, verbringe sie mit Blödsinn. Es gibt bessere Sachen mit denen man sich im Leben beschäftigen kann.
Entweder meine ich es ernst und zahle mit meinem hartverdienten Geld, oder ich lasse es gleich ganz.
Gowalla, as a service, will be winding down at the end of January. We plan to provide an easy way to export your Passport data, your Stamp and Pin data (along with your legacy Item data), and your photos as well. Facebook is not acquiring Gowalla’s user data.
In dem Path 2 Review bin ich darauf eingegangen, dass alle privaten Daten von Path an Facebook gehen, wenn der Dienst verkauft wird und habe unter anderem auch den Kauf von Gowalla genannt. Glücklicherweise sind bei dem Facebook-Gowalla-Deal keine Benutzerdaten verkauft worden, wie man der offiziellen Stellungnahme entnehmen kann. Das heißt leider nicht, dass so ein Deal auch mit Path ausgehandelt werden würde.
Ich finde es selbstverständlich, dass man alle seine Benutzerdaten exportieren kann. Gleichzeitig wünsche ich jedem viel Spaß dabei mit seinen kryptischen Export-Dateien ohne Benutzeroberfläche und soziales Netzwerk etwas anzufangen.
Als ich Anfang 2010 mein Gowalla-Konto einschließlich aller Daten löschen wollte, ging das nur per E-Mail und hat ganze zwei Wochen gedauert. Ich hatte immer einen bitteren Nachgeschmack. Die beiden Dienste scheinen in dieser Hinsicht sehr gut zueinander zu passen.
